In Anbetracht der Tatsache, dass sich meine Karriere dem
Ende zu neigt, habe ich mir zu Jahresbeginn die Frage gestellt, welche
sportlichen Ziele ich noch ins Auge fassen möchte bzw., ob ich eventuell neue
Wege beschreiten könnte.
Ein Gedanke war der, sich auf den Zermatt Marathon zu
konzentrieren, der im Juli 2015 stattfindet und als Berglauf Langdistanz-WM
ausgetragen wird. In dieser Disziplin kann ich immerhin eine
Bronze-Einzelmedaille aufweisen (Jungfrau Marathon 2007). Dieses Jahr nun würde
Italien auch als Team melden, was eine zusätzliche Herausforderung darstellen
würde.
Doch: Um mich auf ein Projekt definitiv festzulegen, habe
ich neben unterschiedlichen Tests auch eine biomechanische Analyse durchführen
lassen, um die Sportart zu ermitteln, für die mein Körperbau am besten geeignet
ist. Überraschenderweise hat der Test, der vor allem Position und Beweglichkeit
des Hüft-, Knie- und Fußgelenks in Betracht zieht, ergeben, dass meine
Leistungsfähigkeit in der Sportart Gehen aufgrund einer besseren Ökonomie um
etwa 15 Prozent gegenüber dem Laufen im Flachen und um 20 % gegenüber dem
Berglauf erhöht ist.
Das Problem lag nun darin, dass ich mit 40 Jahren noch nie
auch nur einen Schritt gegangen bin. Somit hieß es einen Gehtrainer zu
verpflichten- sachte stieg ich Ende Jänner ein, anfangs bekam ich durch die
ungewohnte Bewegung an allen möglichen und unmöglichen Stellen Muskelkater.
Unbeobachtet und abgeschottet absolvierte ich also auf dem Radweg ins
Passeiertal, auf dem man im Winter keine Seele antrifft, meine ersten
Gehversuche.
Anfangs war ich skeptisch ob des Ergebnisses der
biomechanischen Analyse und konnte kaum ein Tempo von 5.30/km gehen.
Mittlerweile habe ich bereits Einheiten von eineinhalb Stunden in 4.30
absolviert, mein Gehtrainer attestiert mir einen sauberen Stil (diesbezüglich
habe ich zur Sicherheit auch eine zweite Meinung eingeholt). Auch drei
Intervalltrainings liegen hinter mir, aus taktischen Gründen darf ich weder die
Art des Trainings noch die „gegangenen“ Zeiten bekannt geben- nur so viel: die
Zeiten stimmen mich zuversichtlich. Inzwischen macht mir die neue Art der
Bewegung auch Spaß, ein Einstieg ins Wettkampfgeschehen scheint möglich. Der
Leser dieses blogs wird, ebenso wie die Leserin, auf dem Laufenden gehalten.
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