Sonntag, 3. Juni 2012

Doppelschlag Straße-Berg!

Es ist Samstag, der 2. Juni. Ich sitze in Grabs am Frühstückstisch im Hause meiner Freunde Hildegard und Florian und gönne mir ein ausgiebiges Frühstück- mit Kaffee aus kenianischen Bohnen. Nach einer Stunde Bettruhe bereite ich eine Riesenportion Pasta zu, es gilt, die Kohlenhydratspeicher maximal zu füllen, habe ich doch in wenigen Stunden eine größere Aufgabe vor mir: den Passwang Berglauf mit guter Konkurrenz. Neben dem amtierenden Schweizer Berglaufmeister Christian Mathys findet sich auch der Orientierungsläufer Matthias Kyburz, vor Kurzem aus Schweden mit Staffel-EM-Gold zurückgekehrt, auf der Startliste. Während ich meine private Pastaparty mit einer weiteren Tasse Kenia-Kaffee abschließe, läuft vor meinem inneren Auge der Film des Vorabends noch einmal ab.
Hohenems in Vorarlberg. 19.00 Uhr: Der Startschuss zum Stadtlauf über 7 Runden (knappe 10 km im Ganzen) ist gefallen. Der Vorarlberger Jakob Mayer gibt auf der ersten Runde ein sehr hohes Tempo vor; ab der zweiten Runde wird er dann langsamer. Mir ist es Recht, habe ich doch am Folgetag noch ein hartes Rennen im Visier. In der 5. Runde dann verschärfe ich das Tempo und laufe einen Vorsprung von etwa 25 sec heraus, der es mir erlaubt, im Finale wieder kontrollierter zu laufen. In 31.49 siege ich mit 17 sec Vorsprung auf Jakob Mayer.
Schauplatz numero 2. Mümliswil im Kanton Solothurn. 16.20 Uhr: Ich beginne mit dem Einlaufen, meine Beine fühlen sich steif und hölzern an, lösen sich aber so langsam. Trotzdem laufe ich nur 9 Minuten lang ein, bei 26 Grad im Schatten möchte ich meinen Körper nicht über Maßen erhitzen.
Mümliswil
Um 17.00 Uhr dann schickt der Starter 444 Teilnehmer auf die Strecke. Der Passwang Berglauf über 10,4 km mit 684 Plus- und 129 Minusmetern im Profil zählt dieses Jahr als Schweizer EM-Qualifikation im Berglauf. Mathys und Kyburz legen ein hohes Tempo vor- nach einem km liege ich mit 7 sec Rückstand zurück. Sollte meine Siegesserie, die bisher fünf Siege zählt, abreißen?
So langsam schlich ich mich an Kyburz heran und überholte ihn, der Rückstand auf Mathys wurde nicht größer- Sekunde um Sekunde pirschte ich mich heran, etwas nach km 2 konnte ich aufschließen. Nach einem eingehenden Studium des Streckenprofils hatte ich einen möglichen Angriff bei km 7 in Betracht gezogen. Kurz nach km 3 ergab sich allerdings in einer steileren Rampe eine Möglichkeit, ich verschärfte ein wenig das Tempo und setzte mich ab.
im Mittelteil der Strecke, kurz vor einer Verpflegungsstation
Ich fühlte mich zwar stark, hatte aber großen Respekt vor der Hitze; außerdem wusste ich nicht, wie gut ich den Wettkampf des Vorabends weggesteckt hatte. Auf jeden Fall kam ich mit einem kontrollierten Forcing ein paar Sekunden weg, die abwechslungsreiche Streckenführung mit vielen schattenspendenden Waldpassagen machte Spaß, die vorbildhafte Markierung mit Fähnchen nach Schweizer Präzision sorgte für Gewissheit, auf der richtigen Strecke zu sein. Ab km 7 wurde es steiler, mein Vorsprung begann zu wachsen und beruhigende Ausmaße anzunehmen. Nach 43.47 (neuer Streckenrekord) überquerte ich als Sieger die Ziellinie- glücklich über den 6. Sieg in Folge und den erfolgreichen Abschluss einer Belastungsprobe von drei Wettkämpfen in fünf Tagen. Mathys (44.17) und Kyburz (44.56) folgten auf den Rängen 2 und 3.
Die Damensiegerin Monika Fürholz, Teamkollegin bei Scott, lief übrigens ebenso wie ich den Race Rocker.
zusammen mit Damensiegerin Monika Fürholz, die von Swiss Athletics für die Berglauf-EM am 7. Juli einberufen wurde
vollständige Ergebnisliste Passwang Berglauf

Für drei Tage werde ich jetzt die Beine hoch nehmen und das 5.00-Spiel spielen. Dabei geht es darum, exakt im Tempo von 5.00 zu laufen. Es hat sich herausgestellt, dass bei mir bei diesem Tempo die Regeneration am schnellsten abläuft.
Bereits am kommenden Samstag geht es weiter: Ich trete beim Kronplatz Run in Bruneck an. Auf 21,3 km sind 1460 Höhenmeter zu überwinden- ich tippe auf eine Endzeit von 1h40'. Für mich ist es das erste Antreten über eine längere Distanz in diesem Jahr- ich bin schon gespannt!

Mittwoch, 30. Mai 2012

2. Davoser Seelauf 2012

Tolles Laufwetter (Temperaturen an die 10 Grad und beinahe Windstille) sorgte dafür, dass es anlässlich des 2. Seelaufes am Davoser See nur so von laufwilligen Beinen wimmelte- 402 Teilnehmer dürften einen neuen Rekord bedeuten.
Mir passte das Rennen wiederum gut ins Programm; außerdem wollte ich die guten Bedingungen und die Konkurrenz- ein paar Langläufer rund um Dario Cologna gaben der Veranstaltung die Ehre- nutzen, um meine Zeit vom ersten Lauf zu verbessern.
300 m nach dem Start
Ich legte einen schnellen Start hin, konnte mich aber, wie aus obigem Foto ersichtlich, nicht absetzen. Der Start schoss mir selbst dermaßen ein, dass an eine weitere Tempoverschärfung vorerst nicht zu denken war. Nach einem km schraubte ich zurück, Pralong übernahm, mit Dario Cologna im Schlepptau, das Kommando- hinter den beiden konnte ich ein wenig ausruhen. Kurz vor km 2 nutzte ich eine kleine Rampe zu einer Attacke- diesmal konnte ich mich absetzen, sechs Minuten später war ich im Ziel. Mit 12.29 konnte ich mich gegenüber dem 1. Seelauf um 27 Sekunden steigern, damit bin ich natürlich zufrieden.
Wettkampfmäßig gäbe es jetzt die Möglichkeit, nach ein, zwei Intervalltrainings einen 10 km-Lauf mit Zielzeit 30.30 zu versuchen. Diese Variante verwerfe ich- ein erstes größeres Saisonziel ist nämlich der Zermatt Marathon am 7. Juli, eine wichtige Zwischenstation dorthin der Berglauf Neirivue-Moleson am 16. Juni.

kurz vor dem Ziel

Dario Cologna- auch 2011/12 dominierte er den Langlauf-Weltcup und sicherte sich überlegen  die Gesamtwertung
Ergebnisse 2. Seelauf, 29.05.2012
1. Gerd Frick 12.29
2. Dario Cologna 12.43
3. Candide Pralong 12.54

vollständige Ergebnisliste

Samstag, 26. Mai 2012

Ein weiterer Trainingstag

Der heutige Samstag brachte angenehme Temperaturen und viel Sonnenschein.
Am Vormittag hatte ich 5 mal 1500 m auf der Bahn zu absolvieren- der Trainingsplan gab eine Trabpause von 500 m und ein km-Tempo von 3.10 an. Zusammen mit Guy Nunige ging es gegen Mittag los, wir wechselten uns in der Tempoarbeit ab und blieben knapp unter den angepeilten 3.10. Beide waren wir mit der Einheit sehr zufrieden; außerdem machen solch härtere Trainings zu zweit mehr Spaß.

Was die weiße Masse im Hintergrund wohl sein mag?

Jasmin Nunige hat diese tollen Fotos geschossen- herzlichen Dank!
Nach einem lockeren Nachmittag am Davoser See mit einem Eisbecher spulte ich am Abend noch spielerische 4,5 km herunter.